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Archiv für die Kategorie ‘Veranstaltungen’

Dem Rambo sei Gsicht

21. Oktober 2010 Kommentare ausgeschaltet

„Rambo zeigt sein Gesicht“ prollt es vom Fronttransparent der S21-GegnerInnen und von der taz-Titelseite. Im Fernsehen zeigen gealterte ErstdemonstrantInnen ihre Freude darüber, Mappus als „Rambo“ identifizieren zu können: „Des isch ein Rämbo, ein Rämbo isch des!“

Oktober 20, 2010 von Nichtidentisches

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Weiß-blauer Salon: Die Geburt des modernen Antisemitismus aus dem Nationalismus

27. Juli 2009 Kommentare ausgeschaltet

Der moderne Antisemitismus im Unterschied zum religiös motivierten Antijudaismus ist nationaler Antisemitismus, der „das jüdische Volk“ vorstellt als in einem nationalen Gegensatz gegen die „nichtjüdische Menschheit“ (so Henry Ford) im Sinne „schaffender Völker“ (so Gottfried Feder) stehend. Es soll gezeigt werden, wie in der rheinbündisch-preußischen Reformära 1806-1815 mit dem von Arndt, Fichte, Jahn sowie der politischen Romantik im zutiefst reaktionären Widerstand gegen Napoleon begründeten deutschen Nationalismus ein solch (früh-)moderner Antisemitismus entsteht, der sich nach dem Wiener Kongreß in einer Flut von antisemitischen Traktaten und schließlich den Hep-Hep-Pogromen von 1819 äußert.
Für diesen frühmodernen Antisemitismus ist Engels` Diktum, der Antisemitismus sei nichts als „eine Reaktion mittelalterlicher, untergehender Gesellschaftsschichten gegen die moderne Gesellschaft“ gewiß vollgültig – nicht aber für den eigentlich modernen Antisemitismus nach 1871, der vielmehr die kapitalistische Produktion und ihre von Marx in Band 3 des Kapitals analysierten Erscheinungsformen zum Fundament hat, indem er einen „tiefen Wesensunterschied“ (so Feder) zwischen industriellem und zinstragendem Kapital behauptet. So wahnhaft die Affirmation des ersteren im Sinne der „volksgemeinschaftlichen Arbeitsfront“ und die Denunziation des letzteren als „jüdisch-raffend“ erscheint, so ideologisch und also alltäglich ist die zugrundeliegende Trennung beider – das aktuelle Gerede von „Realwirtschaft“ als dem einen und „Finanzsphäre“ als dem angeblich ganz anderen beweist es.

Am Donnerstag, den 30. Juli 2009 um 20 Uhr im Gewerkschaftshaus, Schwanthalerstraße 64

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Weiß-blauer Salon: Grüner wird’s nicht!

19. Juni 2009 Kommentare ausgeschaltet

Der Iran nach der „Wahl“.

Befindet sich der Iran nach der Wahlfarce in einer Systemkrise? Wogegen richten sich die Proteste der letzten Wochen? Ist dieses System überhaupt reformierbar? Was ist los im Iran?

Veranstaltung zur gegenwärtigen Situation in der Islamischen Republik Iran mit Dr. Sasan Harun-Mahdavi, Gründungsmitglied des Vereins Leben & Leben Lassen e.V., Leiter der Iranischen Jugend-Oppositionsgruppe Jebhe Melli.

Am Donnerstag, den 16. Juli 2009 um 20 Uhr im Gewerkschaftshaus, Schwanthalerstraße 64

Der Iran – Eine kritische Analyse

18. Januar 2009 Kommentare ausgeschaltet

Die Deutsch-Israelische Gesellschaft München lädt ein:

Der Iran – Eine kritische Analyse

Buchvorstellung, Vortrag und Diskussion mit Dr. Stephan Grigat (Universitat Wien)

Das Buch „Der Iran. Analyse einer islamischen Diktatur und ihrer
europäischen Förderer“ bietet Einblicke in verschiedene Aspekte der
iranischen Gesellschaft und Politik. Zudem analysieren die Autoren –
unter ihnen mehrere Exiliraner – das Verhältnis Europas und
insbesondere Deutschlands zu Teheran.
Der Herausgeber Dr. Stephan Grigat stellt in seiner Präsentation die
aktuellen Debatten um das iranische Atomprogramm, die Drohungen gegen
Israel und Irans Unterstützung der Hamas in den breiteren Kontext der
iranischen Diktatur in Geschichte und Gegenwart.

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KategorienMünchen, Veranstaltungen Tags:

Israelische Filmwoche vom 27. Januar bis 3. Februar 2007 in München

12. Januar 2009 Kommentare ausgeschaltet

Anlässlich der Fertigstellung des Jüdischen Zentrums Jakobsplatz veranstaltet der Verein Filmstadt München e.V. vom 27. 1. bis zum 3.2. 2007 eine „Israel Filmwoche“ zum Thema Innenansichten. Im Mittelpunkt der gezeigten Filme steht der Alltag in Israel mit seinen privaten und gesellschaftlichen Konflikten. In drei Episoden erzählt beispielweise das Drama Shnat Effes (R: Joseph Pitchhadze; 2004) von der zunehmenden Kluft zwischen Armen und Reichen. Den Kampf eines obdachlosen 14-Jährigen um die eigene Würde und eine bessere Zukunft schildert die Langzeitdokumentation NAF-Street Kid (R: Moshe Alafi; 2006). Orthodoxe jüdische Reinigungsrituale hinterfragt Tehora-Purity (R: Anat Zuria, 2002), der Preisträgerfilm des Münchener Dokumentarfilmfestivals 2003, der in Anwesenheit der Regisseurin gezeigt wird. Die Veranstaltung findet im Vortragssaal der Bibliothek Gasteig statt.

Programm zum download

Israelsolidarität und Kritik der politischen Ökonomie: Vortrag von Stephan Grigat

12. Januar 2009 Kommentare ausgeschaltet

Wann? 4. Juli, 20.00 Uhr

Wo? Ehemalige Mitarbeitermensa der Geschwister-Scholl-Universität (Leopoldstr. 13a, U3/U6 Giselastr.)

Nimmt man die Rede von einer gesellschaftlichen Totalität ernst und hält man Marx` Hinweis, daß die Ware die Elementarform der kapitalistischen Gesellschaft ist, für richtig, so versteht es sich von selbst, daß auch der Haß auf Israel in Beziehung zur Warenstruktur und dem ihr eigenen Fetischismus gesetzt werden muß.

Die den Verwertungsimperativen des Kapitals und den Herrschaftsimperativen des Staates gehorchende Gesellschaft bringt den Antisemitismus als wahnhaften Versuch der Konkretisierung des Abstrakten immer wieder hervor. Der israelische Staat ist die Reaktion auf diesen Antisemitismus – die Solidarisierung mit diesem Staat ist schon daher für jeden Kritiker des kapitalbedingten Verhängnisses zwingend.

Stephan Grigat ist Lehrbeauftragter für Politikwissenschaft an der Universität Wien, gehört zu der Gruppierung „Café Critique“ und arbeitet als freier Autor in Tel Aviv; Herausgeber von „Transformation des Postnazismus. Der deutsch-österreichische Weg zum demokratischen Faschismus“ (2003) sowie von „Feindaufklärung und Reeducation. Kritische Theorie gegen Postnazismus und Islamismus“ (erscheint 2005 im ça ira-Verlag).

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DIE DEUTSCHE FAHRT INS GRÜNE: Islamismus, Antisemitismus und Deutsche Außenpolitik

12. Januar 2009 Kommentare ausgeschaltet

Veranstaltung mit Dr. Matthias Küntzel. Er referiert über den politischen Islam als Ideologie und moderne soziale Bewegung, über Form und Inhalt des ihm inhärenten Antisemitismus und darüber, warum die Weltfriedensmacht Deutschland meint, einen „kritischen Dialog“ mit den Feinden Israels führen zu müssen.

Montag, den 18. 07. 2005 um 19.00 Uhr, in der ehemaligen Bedienstetenmensa der Geschwister Scholl-Uni München, Leopoldstr. 13a, U3/U6 Giselastraße,
Buchhinweis: „Neuer Antisemitismus? Eine globale Debatte“ Suhrkamp Verlag.
Veranstalter: ThinkTank34, AStA der Geschwister-Scholl-Universität, Antifa-Referat der Geschwister-Scholl-Universität

Eine Veranstaltung des Studentischen Sprecherrats. Der AStA ist ein Arbeitsausschuss des Studentischen Sprecherrats. Die Wiedereinführung der Verfassten Studierendenschaft und die Umbenennung in Geschwister-Scholl-Universität sind Forderungen der Studierendenschaft.

mp3’s: (momentan funktionieren die Dateien nicht zum runterladen!!!)

1) Die Anschläge in London
2) Historische Analyse
3) Wie kam der Judenhass von Europa in die arabische Welt?
4) Mitschnitt einer antiisraelischen Hetzpredigt (Originalton gekürzt)
5) Schlussbetrachtung

Die Predigt (und weitere Texte und Videos) finden sich auf http://memritv.org/Transcript.asp?P1=669

Symposium »American Beauty«

12. Januar 2009 Kommentare ausgeschaltet

Sonntag, 2. Oktober 2005 ab 14 Uhr, Mensa der Uni München

AMERICAN BEAUTY

Geschichte und Gegenwart des Antiamerikanismus in Deutschland

Die USA werden für nahezu alle Übel der Welt verantwortlich gemacht: Von Trittin für einen Hurrikan, von der Linkspartei für Pläne, die Weltherrschaft an sich zu reissen. Egal ob Erderwärmung oder neue Eiszeit: Der Ami wars.

Ob Autofahrer den Benzinpreis für zu hoch oder Ökologen ihn für zu niedrig befinden: Schuld sind die Vereinigten Staaten. Imperialismus, Illuminati oder Islamismus: Made in oder zumindest by the USA. Die Yankees erfinden den Neoliberalismus, McDonaldisieren die Welt und fallen wie Heuschrecken über alles Gute, Wahre und Schöne her.

Woher kommt das negative Bild von Amerika? Was ist berechtigte Kritik, was Ressentiment? Wird in Deutschland nicht über sondern nur gegen die USA geredet? Es ist Zeit, Entstehung und Gegenwart des Phänomens Antiamerikanismus zu untersuchen.

Themen:

* Care-Pakete oder Napalm-Bomben? Entstehung des Amerikabildes in Europa bis zu den historischen Wenden 1989 und 9/11.
* Kulturloser Sumpf oder multikultureller Meltingpot? Das schwierige Verhältnis zwischen europäischer “Kultur” und Amerika.
* Freedom Force oder Evil Empire? Die Politik der USA seit 9/11 und Reaktionen darauf.

Symposium mit: Bernd Beier (jungle world, Berlin), Stefan Frank (konkret, Hamburg), Torsten Weber (17grad, München)

Sonntag, 2. Oktober 2005

14.00 Uhr: Chill-In-Lounge “Operation Bagel Storm”

16.00 Uhr: Symposium

Universität München, Mensa, Leopoldstraße 13a

Kostenbeteiligung: 5 €, Presented by ThinkTank34 / www.thinktank34.org, mit freundlicher Unterstützung des Kurt-Eisner-Vereins und des AStA der Geschwister-Scholl-Universität

Verreimte Nationen

12. Januar 2009 Kommentare ausgeschaltet

Das Magazin der Süddeutschen Zeitung präsentierte in seiner 30. Ausgabe fünfzehn gängige Vorurteile zusammenfassende Gedichte über Deutsche, Italiener, Franzosen und so weiter. Hier das einzig zutreffende:

Der Deutsche

Den Deutschen eint von Nord bis Süd die Vielzahl der Talente: der Lagerbau, der Genozid, das Bier, die Riester-Rente. Die Toten trägt er mit Grandesse, die Mütze mit ’nem Bommel. Die Tochter weint um Rudolf Heß, der Sohn um Erwin Rommel. Der Vater will als Arier seit je die Welt erretten. Heut heißt er Vegetarier und schmiedet Lichterketten.

Gegen deutschen Frieden – Solidarität mit Israel

12. Januar 2009 Kommentare ausgeschaltet

Flugblatt, verteilt im März 2004 anläßlich der Anti-Irakkrieg-Demonstrationen von Faschisten und Linken

In München soll anlässlich des Ostermarsches gegen „Krieg und neokoloniale Besatzung im Irak, in Afghanistan, in Palästina und überall!“ auf die Straße marschiert werden. Mit der Konzentration auf die Feindbilder USA und Israel lässt es sich gut im Einklang mit der neuen deutschen Dreistigkeit leben. Die Friedensbewegung mobilisiert heute auch zur US-Basis nach Ramstein, um dort deutlich zu sagen: „Wir wehren uns gegen einen kulturellen Rückfall auf die Stufe imperialistischer, zudem völkerrechtswidriger Angriffskriege in der Art des Irakkrieges.“ Wer jetzt den USA gerade von Deutschland aus mit erhobenem Zeigefinger kulturelle Rückständigkeit vorwirft, hält wohl die Kriege mir deutscher Beteiligung für den Höhepunkt der Kultur.

Gegen deutschen „Frieden“ Solidarität mit Israel
Sie reden vom Frieden und rüsten zum Krieg

Die islamistische Terror-Organisation Al Quaida hat am 15.3. verlauten lassen, das spanische Volk habe „den Frieden gewählt, indem es die Partei wählte, die gegen die Koalition mit den Amerikanern im Krieg gegen den Islam war.“ Nach dem Regierungsantritt der sozialdemokratischen PSOE rückt eine Einigung über die EU-Verfassung in greifbare Nähe. Mit der darin festgeschriebenen Verpflichtung zur Aufrüstung will sich die EU unter der Führung von Deutschland als militärisches Gegengewicht zu den USA etablieren. Perspektivisch geht es dabei nicht nur darum, das europäische Gewicht bei Entscheidungen der NATO-Staaten zu stärken, sondern auch darum, ohne die USA und schließlich auch gegen die USA militärisch handlungsfähig zu werden.

Seit dem Ende des kalten Krieges treten die Weltmachtambitionen der BRD offen zu Tage. Es wird bereits zu diesem Zeitpunkt deutlich, dass diese in Zukunft auch gegen die Interessen der USA durchgesetzt werden sollen. Das beste Beispiel ist die Haltung der beiden Nationen im Irak-Krieg. Während die USA den Irak von der antisemitischen Diktatur der Baath-Partei befreite und gegen den Islamismus vorging, setzte old Europe unter Führung Deutschlands bis zuletzt auf Appeasement und Kollaboration mit diesen Kräften.> Anstatt angesichts der schrecklichen Anschläge den Betroffenen des menschenverachtenden islamistischen Terrors die Solidarität zu zeigen, fühlen sich die FriedensfreundInnen heute dazu berufen gegen die USA zu mobilisieren. Getreu des Credos, dass „die größten Gefahren für den Weltfrieden heute von den USA ausgehen.“ [1]

Der Friedensbewegung geht es dabei darum, „mit den Dauerkriegs-Plänen für die Weltherrschaft der Bush-Regierung Schluss zu machen.“[2]
Solidarität mit Israel

Dass dieses hehre Ziel viele Mittel heiligt belegt der von Attac-München und dem bundesweiten Friedensratschlag verbreitete Aufruf, der sich nicht allzu sehr von dem Text unterscheidet, mit dem die Faschisten von „Demokratie Direkt“ heute zur NPD-Demo werben. Die Gemeinsamkeit liegt nicht nur im gemeinsamen Hauptfeind „US-Imperialismus“, sondern liegt auch darin, dass es für diese Leute anscheinend unmöglich ist, irgendein Thema aufzugreifen, ohne Israel zu kritisieren.

In dem „linken“ Aufruf wird das Ende der „neokolonialen Besatzung Palästinas“ und das Rückkehrrecht der Palästinenser gefordert. Auch jeder Nazi negiert die historische Notwendigkeit, einen jüdischen Staat zu gründen. Es muss aber eine Selbstverständlichkeit sein, den Staat Israel, die einzige Konsequent, welche die Welt aus Auschwitz zu ziehen bereit war, zu verteidigen. Der Aufruf bezieht sich in seiner Ablehnung des Staates, der es zum Staatszweck hat, Schutz vor antisemitischer Verfolgung zu bieten, auch positiv auf den palästinensischen „Tag des Bodens“. Anlässlich dieses Tages waren in München 2002 auf einer „linken“ Demo die Rufe „Tod den Juden“ und „Intifada bis zum Sieg“ zu hören und AntifaschistInnen mit Israel-Fahne wurden aus der Demo heraus am Platz der Opfer des Nationalsozialismus angegriffen.
Euer Frieden ist ein anderer Krieg!

Eine treibende Kraft der Friedensbewegung in München, das Münchner Friedensbündnis, wendet sich „entschieden gegen den Ausbau der EU zu einer weltweiten militärischen Interventionsmacht.“ Das könnte ein Grund zur Freude sein. Warum wird dann aber als Abschlussredner der zentralen Ostermarsch-Aktionen ein gewisser Oskar Lafontaine eingeladen? Lafontaine schreibt in der Bild-Zeitung, dass sich Europa stärker bewaffnen muss um dem Weltfeind USA im Namen des Friedens besser entgegentreten zu können.

In München soll anlässlich des Ostermarsches gegen „Krieg und neokoloniale Besatzung im Irak, in Afghanistan, in Palästina und überall!“ auf die Straße marschiert werden. Mit der Konzentration auf die Feindbilder USA und Israel lässt es sich gut im Einklang mit der neuen deutschen Dreistigkeit leben. Die Friedensbewegung mobilisiert heute auch zur US-Basis nach Ramstein, um dort deutlich zu sagen: „Wir wehren uns gegen einen kulturellen Rückfall auf die Stufe imperialistischer, zudem völkerrechtswidriger Angriffskriege in der Art des Irakkrieges.“[3]

Wer jetzt den USA gerade von Deutschland aus mit erhobenem Zeigefinger kulturelle Rückständigkeit vorwirft, hält wohl die Kriege mir deutscher Beteiligung für den Höhepunkt der Kultur.
Globaler Bellizismus

Arundhati Roy erklärte den beim Weltsozialforum in Mumbai versammelten AktivistInnen, sie müssten sich als »selbst im Krieg befindlich betrachten«. Der heutige Antikriegstag ist kein Antikriegstag, sondern die Durchführung der beim Weltsozialforum in Mumbai beschlossenen Kriegserklärung der Friedensbewegung an die USA.

Dass dieser Krieg praktisch werden muss, begründet der vom Münchner Friedensbündnis für den 28.3. in die Salvatorkirche geladene Autor Jürgen Elsässer. Nur Demonstrationen und Texte allein genügen nicht, da „ein toter US-Soldat als Argument hundertmal überzeugender [ist] als ein noch so kluger Leitartikel. Sie wollen nicht hören. Sie müssen es fühlen.“[4]

Da wäre es nur konsequent zu Ende gedacht, wenn nach den warmen Worten gegen die USA vom Podium die Spendenbüchse für den Widerstand im Irak herumgehen würde. Mit der Unterstützung der Kampagne „10 Euro für den irakischen Widerstand“ werden Teile der Friedensbewegung und der antiimperialistischen Linken zur offenen Kriegspartei: Mit den in Deutschland und Österreich gesammelten Spenden werden Terroranschläge gegen irakische ZivilistInnen und amerikanische SoldatInnen finanziert.
Irak-Krieg und deutsche Vernichtungsphantasien

Die Solidarität mit der Bevölkerung des Irak kann es nicht sein, die die Friedensbewegung dazu bringt heute einen Internationalen Aktionstag gegen Krieg und Besatzung begehen zu müssen. Es steht außer Zweifel, dass die irakische Bevölkerung im Krieg gegen den Irak gelitten hat. Doch das äußerst brutale Regime des Diktators Saddam Hussein ist nun beseitigt und die Option einer demokratischen Entwicklung ist zumindest gegeben. Dass aber die vielen Indizien einer positiven Entwicklung im Irak in Deutschland geleugnet werden, zeugt von der Trauer darüber, dass die heimlichen Wunschvorstellungen der FriedensfreundInnen, dass der Irak-Krieg für die Amerikaner in einem Blutbad enden möge, nicht eingetroffen sind. Obwohl doch »Hunderttausende von Menschen zur Eroberung des irakischen Öls geopfert werden« sollten (Linksruck) und der ganze Nahe Osten »in einem Abgrund von Hass und Gewalt versinken« sollte (CDU-Politiker Jürgen Todenhöfer) ist keine der Vernichtungsphantasien der Friedensbewegten eingetreten. Opfer fordert momentan in erster Linie der islamistische und nationalistische Terror, der sich einer demokratischen Entwicklung des Irak verwehrt.
Nazis für den Frieden?

Es ist kein Zufall, dass am heutigen Tag auch die NPD marschieren will. Auch sie haben sich den „Deutschen Frieden“ gegen die USA auf die Fahnen geschrieben. In ihren Forderungen ist die Friedensbewegung leider allzu oft nicht weit von denen der Nazis entfernt. Viele der heute im Namen des Friedens Versammelten wollen zwar gegen die NPD demonstrieren, werden aber in Zukunft weiterhin an der Seite der deutschen Regierung gegen die USA auf die Straße gehen.

Wenn diese angeblichen FriedensfreundInnen nur mit Mühe davon abgehalten werden konnten, ebenso wie die NPD zum US-Generalkonsulat zu marschieren, um dort im Schichtdienst mit den Nazis ihren Hass auf die USA herauszuschreien, ist dies ein trauriger Ausdruck der derzeitigen politischen Verhältnisse.

Nichtsdestoweniger ist es unsere Aufgabe, den Nazis jeden Fußbreit Boden hier und anderswo zu verwehren. Gemeinsam mit allen, die dazu bereit sind, muss es heute darum gehen, den Nazis den Weg zu versperren.

[1] Peter Strutynski (Bundesausschuss Friedensratschlag und geladener Hauptredner auf der Ostermarsch-Kundgebung in München 2004)

[2] http://www.attac-muenchen.org

[3] http://www.friedenskooperative.de

[4] Jürgen Elsässer: Rauchende Colts, in: Freitag, 16.01.2004