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Weiß-blauer Salon: Die Geburt des modernen Antisemitismus aus dem Nationalismus
Der moderne Antisemitismus im Unterschied zum religiös motivierten Antijudaismus ist nationaler Antisemitismus, der „das jüdische Volk“ vorstellt als in einem nationalen Gegensatz gegen die „nichtjüdische Menschheit“ (so Henry Ford) im Sinne „schaffender Völker“ (so Gottfried Feder) stehend. Es soll gezeigt werden, wie in der rheinbündisch-preußischen Reformära 1806-1815 mit dem von Arndt, Fichte, Jahn sowie der politischen Romantik im zutiefst reaktionären Widerstand gegen Napoleon begründeten deutschen Nationalismus ein solch (früh-)moderner Antisemitismus entsteht, der sich nach dem Wiener Kongreß in einer Flut von antisemitischen Traktaten und schließlich den Hep-Hep-Pogromen von 1819 äußert.
Für diesen frühmodernen Antisemitismus ist Engels` Diktum, der Antisemitismus sei nichts als „eine Reaktion mittelalterlicher, untergehender Gesellschaftsschichten gegen die moderne Gesellschaft“ gewiß vollgültig – nicht aber für den eigentlich modernen Antisemitismus nach 1871, der vielmehr die kapitalistische Produktion und ihre von Marx in Band 3 des Kapitals analysierten Erscheinungsformen zum Fundament hat, indem er einen „tiefen Wesensunterschied“ (so Feder) zwischen industriellem und zinstragendem Kapital behauptet. So wahnhaft die Affirmation des ersteren im Sinne der „volksgemeinschaftlichen Arbeitsfront“ und die Denunziation des letzteren als „jüdisch-raffend“ erscheint, so ideologisch und also alltäglich ist die zugrundeliegende Trennung beider – das aktuelle Gerede von „Realwirtschaft“ als dem einen und „Finanzsphäre“ als dem angeblich ganz anderen beweist es.
Am Donnerstag, den 30. Juli 2009 um 20 Uhr im Gewerkschaftshaus, Schwanthalerstraße 64
Jerusalem Post: Activists demand Siemens halt Iran trade
Der Iran – Eine kritische Analyse
Die Deutsch-Israelische Gesellschaft München lädt ein:
Der Iran – Eine kritische Analyse
Buchvorstellung, Vortrag und Diskussion mit Dr. Stephan Grigat (Universitat Wien)
Das Buch “Der Iran. Analyse einer islamischen Diktatur und ihrer
europäischen Förderer” bietet Einblicke in verschiedene Aspekte der
iranischen Gesellschaft und Politik. Zudem analysieren die Autoren -
unter ihnen mehrere Exiliraner – das Verhältnis Europas und
insbesondere Deutschlands zu Teheran.
Der Herausgeber Dr. Stephan Grigat stellt in seiner Präsentation die
aktuellen Debatten um das iranische Atomprogramm, die Drohungen gegen
Israel und Irans Unterstützung der Hamas in den breiteren Kontext der
iranischen Diktatur in Geschichte und Gegenwart.