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Weiß-blauer Salon: Grüner wird’s nicht!

19. Juni 2009

Der Iran nach der „Wahl“.

Befindet sich der Iran nach der Wahlfarce in einer Systemkrise? Wogegen richten sich die Proteste der letzten Wochen? Ist dieses System überhaupt reformierbar? Was ist los im Iran?

Veranstaltung zur gegenwärtigen Situation in der Islamischen Republik Iran mit Dr. Sasan Harun-Mahdavi, Gründungsmitglied des Vereins Leben & Leben Lassen e.V., Leiter der Iranischen Jugend-Oppositionsgruppe Jebhe Melli.

Am Donnerstag, den 16. Juli 2009 um 20 Uhr im Gewerkschaftshaus, Schwanthalerstraße 64

Iran, München, Politischer Islam, Veranstaltungen

Müntefering, Metall und Co.: Völkischer Antikapitalismus von Links

12. Januar 2009

Von Ingolf Seidel, erschienen auf hagalil.com

Populismus war noch nie eine emanzipatorische Tugend und wird nicht umsonst eher mit der Rechten in Bezug gesetzt. Wohin Populismus führen kann, wenn sich eine Regierungspartei, die sich zumindest historisch einmal Vorstellungen einer besseren Gesellschaftsform verpflichtet fühlte, seiner bedient, lässt sich am Beispiel der sog. Kapitalismusdebatte beobachten, die derzeit durch die SPD betrieben wird.

In diesem Diskurs kommt das gesamte Dilemma von Machtpolitik, Nationalismus, kaum oder halbverstandenen kapitalistischen Prozessen und von Ideologieproduktion geballt vor. Zwangsläufig mündet diese unheilige Melange in einem Antikapitalismus mit deutlich völkischen Anklängen, sowie im antiamerikanischen und, letztlich, antisemitischen Ressentiment.

Entgegen der landläufigen Wahrnehmung betreibt der SPD-Chef Franz Müntefering, der verschiedene Investoren und Kapitalfraktionen als Heuschrecken bezeichnete, keine Klassenkampf-Rhetorik. Im Gegenteil. Wenn Robert Leicht in der Zeit vom 18. April schreibt, Müntefering würde die “alt-marxistische Ballonmütze” aufsetzen, so mag dies als Bonmot einen netten Effekt haben, zeugt jedoch nicht nur von der Unkenntnis des Autors in puncto Marxismus und Ballonmützen. Viel eher findet die Rhetorik von Müntefering, wie auch von Teilen der Gewerkschaften ihre Begründung in einem völkischen Antikapitalismus.

Nachdem Um- und Abbau des Sozialstaats durch die rot-grüne Bundesregierung zugunsten einer speziell deutschen Variante wirtschaftlichen Liberalismus, droht vor allem die Sozialdemokratie ihre angestammten Wählerschichten zu verlieren. An dieser Stelle sei allerdings nicht vergessen, dass ein beträchtlicher Teil sozialstaatlicher ‘Errungenschaften’ aus dem Nationalsozialismus stammen, wie auch wesentliche Kapitalien im postfaschistischen Deutschland auf Raubzügen, Enteignungen jüdischen Vermögens, sowie auf Zwangsarbeit im NS beruhen. Ohne dieses Raubgut und die Investitionen der USA, in Form von Marshallplan-Geldern, zum Aufbau Westdeutschlands als Frontstaat im kalten Krieg, hätte es das ‘Wirtschaftwunder’ nie gegeben.

Oder anders gesagt: Die Deutschen waren, sowohl im NS-Staat, als auch nach dessen Zerschlagung, Profiteure der Vernichtung. In unterschiedlichem Maß gilt diese Aussage sowohl für die junge BRD, wie auch für die DDR. Es ist vor allem die Bevölkerung aus der klassischen Arbeiterschaft, welche von dem fordistischen Gesellschaftsmodell, also (teil)staatlicher Regulierung auch der Wirtschaft und Ankurbelung derselben über staatliche Investitionen, profitiert hatte. Der aktuelle Umbau, für den auch die Modelle Hartz I bis IV stehen, verprellt eben diese sozialdemokratische Wahlklientel. Um diese bei der Stange zu halten, spielen der linke Flügel der SPD und die Gewerkschaften die populistische Karte aus.

Wenn der Historiker und Lehrer an der Münchner Bundeswehrhochschule Michael Wolffsohn, ansonsten selbst weit rechts stehend, diese Karte in einen Zusammenhang mit dem Antisemitismus der Nazis stellt, so ist ihm durchaus recht zu geben. Tendenzen zur Personalisierung und Konkretisierung von abstrakten ökonomischen Verhältnissen sind eine Ausdrucksform eines schon selbst fetischisierten Bewusstseins. Dieses Bewusstsein kann sich die Moderne nur noch über manichäische Weltbilder von Gut und Böse, Stereotypien und Banalisierungen erklären. Abstraktionen sind ihm demzufolge ein Graus. Gerade aber der Kapitalismus beruht auf rein abstrakten Prozessen, eben auf der ‘Selbstverwertung des Werts’, mit allerdings sehr konkreten Ergebnissen. Wie das Abstrakte als bedrohlich und unbegreiflich erfahren wird, so wird es verteufelt, ebenso wie das Konkrete vergötzt und als naturhaft betrachtet wird. Dies findet auch seinen Niederschlag in der Aufwertung körperlicher Arbeit, als ’schaffender Arbeit’, mit gleichzeitiger Abwertung der kapitalistischen Vermittlungsebene und all dessen, was mit dieser assoziiert wird.

Seinen Widerhall findet ein so gearteter Antikapitalismus auch in der aktuellen Ausgabe von ‘Metall’ dem publizistischen Organ der gleichnamigen Industriegewerkschaft. Deren Titelblatt (rechts) und den Leitartikel mit “Die Plünderer sind da” betitelt, illustrieren Zeichnungen von Silvan Wegmann. Diese Zeichnungen stellen amerikanische Investoren als gierige Fliegen, mit gerade noch menschlichem Antlitz, dar. Ihre Nasen erscheinen als maskenhafte, krumme Verlängerungen. Als Kopfbedeckung tragen sie Zylinder mit der Flagge der USA, eine Zigarre im Mund, sowie in den Händen Koffer aus denen Geldscheine quellen. Das US-amerikanische Finanzkapital erscheint so als antisemitische Karikatur; wie eine moderne Variante völkischer und nationalsozialistischer Demagogie. In der Internetausgabe bewegen sich diese so dargestellten ‘Fliegen’ zu Dutzenden auf eine Fabrik zu, deren Schornstein am Wanken ist. Zu dieser antisemitischen Darstellung gesellt sich der passende Text des Lehrbeauftragten und Publizisten an der Kölner Universität Werner Rügemer. In dessen einleitenden Absatz heißt es: “Sie haben unscheinbare Namen: Blackstone, KKR, Carlyle, Lone Star, Terra Firma, Apax, Cinven, Investcorp, Permira. So nennen sich “Finanzinvestoren” in New York, Houston und London. Man kennt sie kaum, aber sie haben eines gemeinsam: viel, viel Geld. Und mit diesem Geld krempeln sie die deutsche Wirtschaft um.. Sie kaufen Unternehmen auf, “verschlanken” sie und verkaufen sie nach kurzer Zeit wieder oder verwandeln sie in Aktiengesellschaften – mit hohem Gewinn.”

Jüdisch konnotiertes, ‘raffendes’ US-Finanzkapital, welches das ehrliche ’schaffende’ deutsche Kapital aussaugt und ruiniert. So lautet die Botschaft von Bild und Text dieser jüngsten Ausgabe der Gewerkschaftszeitschrift. Als ließen deutsche Firmen nur irgendeine Gelegenheit zur Steigerung des Profits aus. Und als ob nicht erst jüngst Gerhard Schröder die arabische Halbinsel bereist hätte, Dutzende von Wirtschaftsvertreter im Troß, um gute Geschäfte mit reaktionären und Juden hassenden Regimes zu tätigen. Plastisch zeigt sich an diesem antiaufklärerischen und demagogischen Exempel wie eng Antiamerikanismus und Antisemitismus verbunden sind. Wobei hervorzuheben ist, dass wohl Antisemitismus ohne den pathischen Hass auf die Vereinigten Staaten existiert, dies umgekehrt jedoch nicht gilt.

Es ist symptomatisch für den Zustand Deutschlands, wenn Regierungsparteien und die ihr nahestehenden Gewerkschaften zu solcher Demagogie im Zeichen eines völkischen ‘Antikapitalismus’ greifen. Dabei ist es nebensächlich, ob Münteferings Vergleiche wahltaktisch motiviert sein mögen oder seiner Überzeugung entspringen.

Währenddessen nutzte Guido Westerwelle seine Chance und denunzierte die Gewerkschaften “als die wahre Plage Deutschlands”. Schöner hätte das auch Westerwelles verhinderter suicide bomber und Heimatverteidiger, der verstorbene Jürgen W. Möllemann, nicht formulieren können. Deutsche Wölfe unter sich. Nur vom Antisemitismus mag niemand etwas wissen. “Im Haus des Henkers”, schrieb Detlev Claussen, “kann es nur bei Wirklichkeitsverleugnung gemütlich sein.” Entgegen der ursprünglichen Intention Adornos wird in diesem Haus noch häufig vom Strick zu reden sein.

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Basisbanalitäten

12. Januar 2009

Auf der Anti-Nazi-Demo in Hamburg am 31. Januar 2004 wurde eine Gruppe von AntifaschistInnen mit Israelflaggen sowie Fahnen der alliierten Siegermächte von dem vorderen Teil der Demonstranten gewalttätig aus der Kundgebung geworfen..

Dies geschah durch “Hamburger Zusammenhänge”, die nun beklagen, dass sie von Antideutschen provoziert und angegriffen worden seien, was zu einer Gefährdung der Demo geführt hätte. Erwähnt sei hier nur, dass der nachfolgende Knüppeleinsatz der Polizei sich gegen die aus der Demo geprügelten israelsolidarischen GenossInnen wendete, in Folge dessen mehrere von ihnen fest- beziehungsweise in Gewahrsam genommen wurden.

Die mittlerweile in der Hamburger Linken durchgesetzte Sprachregelung, dass es sich beim Tragen der israelischen Fahne um eine “Provokation” handele, wird gestützt mit dem Verweis auf einen Beschluss, “keine Nationalstaatsfahnen” auf der Demo zu tragen.

Es zeichnet sich somit eine Diskussion um vermeintliche Regelverstöße und andere Demoformalitäten ab, die von der politischen Dimension dieser Übergriffe und daraus zu ziehenden Konsequenzen ablenkt.

Im folgenden geht es darum thesenartig inhaltliche Mindeststandards zu benennen; es handelt sich hierbei um: Basisbanalitäten

1. Mit dem Angriff auf die Israel-Fahne waren nicht die “antideutschen Provokateure” sondern Israel direkt gemeint. Die unbeanstandet gebliebenen “Mörder, Mörder”-, “Intifada”- und „Juden raus“ -Rufe, die man zum gleichen Anlass auch beim Naziaufmarsch hören konnte, zeigten deutlich, was ein Großteil der Demonstration mit der Fahne assoziierte. Aber auch in den Augen der VertreterInnen der “kritischen Solidarität” mit Israel kann, wer in Deutschland Kritik am Antisemitismus betreibt ohne sich zugleich in den antizionistischen Konsens einzureihen, nur antideutsch oder Mitglied der jüdischen Gemeinde sein – was leider meist den Tatsachen entspricht. Vor und während der sich antifaschistisch nennenden Demonstration wurde mit den stadtbekannten antisemitischen Schlägern, die es selbst in einigen Szene-Läden zu Hausverboten gebracht haben, zusammengearbeitet. Diese Prototypen des linken Antisemitismus wurden nicht nur geduldet, sondern sie konnten gemeinsam mit großen Teilen der Demo ihrem Hass auf Israel freien Lauf lassen. Die „Bündnisfähigkeit” hat eben ihren Preis. Eine Kritik am Antisemitismus, die keinerlei Konsequenzen hat, erinnert an jene konservative Innenminister, die vor brennenden Flüchtlingsheimen stehend, “Fremdenfeindlichkeit auf schärfste verurteilen”.

2. Die beklagte “Provokation” setzt die Bereitschaft voraus, sich provoziert zu fühlen. Dass die nationalen Symbole des jüdischen Staates und der Länder der Anti-Hitler-Koalition auf einer sogenannten antifaschistischen Demonstration in Deutschland gewaltsam entfernt werden, ist zwar skandalös, hat aber bisher in der Hamburger Linken keinen Widerspruch hervorgerufen. Die Schläger, die sich der Fahne mit dem Davidstern entledigen mussten, konnten ungestört aus der Demonstration heraus agieren, ohne dass auch nur ein Teil der Demonstrierenden eingegriffen oder sich zumindest distanziert hätte.

Dass der Sieg über die deutsche Barbarei und damit auch über die Wehrmacht, ohne den Anteil der westlichen Alliierten unmöglich gewesen wäre, war den Überlebenden des KZ Buchenwald bei ihrem Schwur selbstverständlich bewusst:

“Wir danken den verbündeten Armeen, der Amerikaner, Engländer, Sowjets und allen Freiheitsarmeen, die uns und der gesamten Welt Frieden und das Leben erkämpfen.

Wir gedenken an dieser Stelle des großen Freundes der Antifaschisten aller Länder, eines Organisatoren und Initiatoren des Kampfes um eine neue demokratische, friedliche Welt. F. D. Roosevelt – Ehre seinem Andenken!”

Dass die Fahnen der Alliierten in der Tradition des Antifaschismus stehen, ist anscheinend nicht einmal mehr der Antifa bekannt. So kann der sechzigste Jahrestag des D-day, der neben Stalingrad wichtigste Meilenstein bei der Befreiung von der deutschen Barbarei, wohl nur außerhalb Deutschlands gewürdigt werden – jedenfalls nicht auf einer Demonstration, welche doch angetreten war, die Ausstellung über die Verbrechen der Wehrmacht gegen einen Naziaufmarsch zu verteidigen.

3. Nicht provoziert fühlte sich die Mehrheit der Anwesenden davon, dass eine große Anzahl der DemonstrantInnen mit dem sogenannten Palästinensertuch herumlief, einem Kleidungsstück, das bekanntlich in den 30er Jahren vom Mufti von Jerusalem als Zwangsbekleidung zwecks Bekundung nationaler Identität gegen Jüdinnen, Juden und säkulare PalästinenserInnen eingeführt wurde. Kein Wunder, dass sich dieses Accessoire auch auf der Nazi-Demo großer Beliebtheit erfreute. Wenn nicht gerade gegen die Wehrmachtsausstellung demonstriert wird, sind Nazidemos unter dem Motto “Solidarität mit Palästina” längst an der Tagesordnung. Kritik an dieser nationalen Symbolik galt für die “Hamburger Antifakoordination” schon als Provokation. So hat sie eine Zusammenarbeit mit dem Freien Sender Kombinat von der Zensur des Beitrages “Coole Kids tragen kein Palituch” abhängig gemacht. FSK beugte sich diesem Ultimatum bereitwillig. Der “Antinationalismus” ist anscheinend eine sehr einseitige Angelegenheit.

4. Für die „Solidarität mit Palästina“ der deutschen Nazis gibt es handfeste Gründe: Bereits die NSDAP unterstützte panarabische NationalistInnen und AntisemitInnen, in denen sie natürliche Bündnispartner gegen die Juden sah. Unmittelbar nach 1945, zu einem Zeitpunkt, als die Linke noch für sozialistische Kibbuzim schwärmte und gegen reaktionäre arabische Regimes wetterte, wurden Syrien, Ägypten und andere arabische Länder zum Exil für hunderte von geflohenen NS-FunktionärInnen, die sich dort als PropagandistInnen oder technische Hilfskräfte gegen Israel betätigten.

5. Die Geschichte des Antisemitismus ist immer auch die Geschichte der Konterrevolution. Beginnend mit dem antirevolutionären zaristischen Machwerk der “Protokolle der Weisen von Zion” und nicht endend mit dem antisemitischen Antikommunismus der Nazis. Das bedeutet keineswegs im Umkehrschluss, dass die Geschichte der Linken eine Geschichte des konsequenten Kampfes gegen den Antisemitismus wäre. Im Ressentiment gegen die Zirkulationssphäre hatte die Linke immer eine offene Flanke zum Antisemitismus. Dieser attackiert am Geld die vermittelte Herrschaft, indem er die „Kapitalmystifikation in der grellsten Form“ (Marx), also des Fetisch vom Geld und vom zinstragenden Kapital personalisiert, um sie durch die Barbarei des Unmittelbaren zu ersetzen.

Müssten sich die Jüdinnen und Juden heute auf den Schutz durch die Linken verlassen, wären sie völlig schutzlos. Die Rote Armee zerschlug immerhin Nazideutschland. Dass schon kurz nach 1945 wieder antisemitische Verfolgungen in der Sowjetunion möglich waren, verdeutlicht auf bittere Weise, dass der „Reale Sozialismus“ keineswegs die Antwort auf die Antisemitenfrage war.

6. Die nach dem Sechstagekrieg 1967 einsetzende globale linke antiimperialistische Solidarität mit PanarabistInnen und IslamistInnen in ihrem Kampf gegen Israel ist in den Metropolen Ausdruck linker Projektionen – in den betroffenen Ländern hatte sie gravierende Folgen: Allein im islamistischen Iran und im baathistischen Irak wurden säkulare, nichtnationalistische Teile der Bevölkerung sowie zehntausende von KommunistInnen umgebracht. Viele Linke trafen diese Angriffe völlig unvorbereitet, da sie sich eben noch im Volksfrontbündnis mit Khomeini oder den Baathisten befunden hatten. Ein Teil der dortigen Oppositionellen spricht inzwischen mehr oder weniger offen aus, in was für eine Falle sie der Antiimperialismus geführt hat.

Die heutigen Antiimps dokumentieren dagegen mit ihrer Hetze gegen alle, die derzeit im Irak besseres zu tun haben, als mit Kadern des Baath-Regimes und DjihadistInnen gegen die US-Besatzung vorzugehen, dass ihr Volkskampf unmittelbar gegen all jene gerichtet ist, die sich für ein bessere Zukunft einsetzen.

7. Nichts hält die antiemanzipatorischen Kräfte im Nahen Osten, in Europa und anderswo so sehr zusammen wie die antisemitische Agitation gegen Israel: Ob es nun der arabische Diktator ist, der via Antizionismus die nationale Einheit schmiedet, oder seine islamistischen GegnerInnen, die – wie auch die Neonazis – das Erbe des linken Antiimperialismus angetreten haben. Ob die Friedrich-Ebert-Stiftung (im Februar diesen Jahres) mit “gemäßigten” Hizbollah-AnhängerInnen in Beirut über den besten Weg zur Beseitigung Israels diskutiert, oder ob ein gestandener linker Führer wie Walid Jumblatt, Vorsitzender der drusischen sozialistischen Fortschrittspartei und Mitglied des libanesischen Parlaments, verkündet, dass “der Tod eines Juden – gleich ob Soldat oder Zivilist – in Zeiten des Niedergangs, der Selbsterniedrigung und Unterwürfigkeit eine große Leistung in dem Bemühen darstellt, den Plan zur ‚Judifizierung’ ganz Palästinas zu untergraben.” Nicht zu vergessen der globalisierungskritische Anhang, der schon mal einem Rumsfeld-Darsteller den gelben Stern anheftet und ihn mit einem Sharon-Mimen vor einem Goldenen Kalb tanzen lässt, wie anlässlich des WEF in Davos 2003 geschehen, um gegen den “Neoliberalismus” zu protestieren.

8. Angesichts der Geschichte des linken Inter-Nationalismus ist das Verbot von Nationalfahnen auf einer linken Demonstration pure Heuchelei. Es geht dabei keineswegs um die schwarz-rot-goldenen Insignien auf der Fahne der DKP oder die Fahnen der Völker, für die sich die Linke früher begeisterte.

In den 70er und 80er Jahren war die israelische Nation die einzige, deren Existenz und Legitimität im Namen der “Freiheit der Völker” bestritten wurde. Heute wird Israel nicht mehr so sehr als “künstliches Gebilde” und als Antipode echten (arabischen) Volkstums angegriffen. Aus “antinationalistischer” Sicht soll das Vergehen der Israelis in dem liegen, was man früher bei allen anderen nationalen Befreiungsbewegungen so schätzte: in ihrem sturen Beharren auf ihrem eigenen Nationalstaat.

9. Damit sind die Bündnislinken auf dem Niveau ihrer Regierung und derer intellektuellen ZuarbeiterInnen vom Hamburger Institut für Sozialforschung angelangt. Die rot-grüne Innovation, deutsche Expansion nicht trotz sondern wegen Auschwitz zu fordern, und allen “Nationalismus” vorzuwerfen, die diesem Programm im Weg stehen, spiegelt sich im Begleitprogramm der Wehrmachtsausstellung auf unzähligen Veranstaltungen, ohne dass es der Mehrheit der Linken auch nur auffallen würde. Stattdessen wird mit den Regierungsparteien gemeinsam demonstriert, als hätte es weder den Antifa-Sommer 2000 noch den dritten deutschen Angriffskrieg gegen Serbien gegeben. Die Verurteilung Israels durch den internationalen Strafgerichtshof wegen der Sicherung seiner Staatsgrenze oder gar die Entsendung von UNO-Truppen wären für Deutschland die ersehnte – und im Gegensatz zu Hohmanns Ausfällen – “politisch korrekte” Schuldumkehr auf internationaler Ebene.

10. Israel ist die einzige Konsequenz aus Auschwitz in einer Welt, die keine anderen Konsequenzen zu ziehen bereit war. Zwar kann seine Staatsgewalt ihren BürgerInnen keinen garantierten Schutz vor antisemitischen Massakern bieten, unter anderem wegen der materiellen und ideellen Unterstützung, die die MörderInnen aus Europa erhalten. Aber Israel ist die einzige Gesellschaft, deren Staatsräson darin besteht, genau diesen Schutz zu bieten, und die schon deshalb dem antisemitischen Vernichtungswahn Grenzen setzt.

11. Israelische Fahnen auf antifaschistischen Demonstrationen, die diesen Namen verdienen, sind aus all diesen Gründen eine Selbstverständlichkeit. Sie sind dort nicht nur zu dulden, was noch immer heißt, dass sie geschützt werden müssten, sondern sie sollten dort willkommen sein!

Zur Unterstützung mail to basisbanalitaeten@gmx.netUnterstützerInnen: ADF – Berlin , ADKK Baden-Württemberg, aae – marburg, AG Antifa an der Universität Potsdam, AKA – Leipzig, AMIGA-Gruppe Siegen, Antideutsche Kommunisten Berlin, Antideutsch Kaiserslautern, Antifa-Gruppe Weiden Neustadt, Antifa Mainz/Bingen, Antifa Merseburg, antifa saar/projekt ak, Antifaschistische Aktion Ulm / Neu-Ulm, Antinationale Gruppe Bremen, anti nationale nürnberger antifa (a.n.n.a.), Autonome Antifa Nordfriesland [aan], Autonome Antifa NordOst – Berlin [AANO], A2K2 [westliches Ruhrgebeat], Bad Weather [Antifaschistische Gruppe ] – Hamburg, Berliner Bündnis gegen IG Farben, BgAA – Bündnis gegen Antisemitismus und Antizionismus – Berlin, bündnis gegen antisemitismus und antizionismus nürnberg (bgaan), Club 53 [Sektion Hamburg], desperados Berlin, Gruppe.Internationale.Webteam [GI] , Guppe Morgenthau – Frankfurt a. Main, Gruppe Offene Rechnungen-Berlin, Hamburger Studienbibliothek [HSB] , Hochschul-Antifa – Hamburg, Initiative Gegen Antisemitismus Nordost-Berlin [iga-no], Institut für vergleichende Irrelevanz [Fraktion], Israel-Solidarität Bremen, Les Croquembouches – Frankfurt a. Main, liberté toujours* antideutsch-kommunistische gruppe aus berlin , marktstube – hamburg, Mila26 – Erfurt, Pankower Antifa Offensive [PAO] – Berlin, Progress [Antifascist Youth] Potsdam, Prozionistische Linke Frankfurt, Redaktion Bahamas, Redaktion T-34 – Duisburg, sinistra! radikale linke – Frankfurt a. Main, Antifaschistische Aktion Ulm / Neu-Ulm, Tomorrow – Leipzig , ThinkTank34, zur Flaschenpost – Hamburg

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Deutschland retten!

12. Januar 2009

Dem wichtigen Anliegen der Bürgerliga für Konrad Adenauer e.V. sollte unsere volle Unterstützung zuteil werden.

Unterstützen auch Sie die Bürgerliga für Konrad Adenauer e.V.

Antideutsches

Offener Brief an islamische Fundamentalisten

12. Januar 2009

Wir dokumentieren hier den Beginn einer wunderbaren Brieffeindschaft.

Liebe islamische Fundamentalisten, …

damit wir uns richtig verstehen! Wir verabscheuen Deutschland, das Land, das zwei Weltkriege vom Zaun brach, das Land, das ziemlich erfolgreich versuchte, das europäische Judentum auszurotten und in der Folge nur wenige TäterInnen zur Rechenschaft zog, das Land, dessen Staatsbürgerschaftsrecht immer noch auf der obskuren Kategorie des Blutes basiert und, und, und. Kurz und gut, wir sind der Meinung, und das ist ja auch nichts Neues, dass nicht nur Arbeit, sondern eben auch Deutschland scheiße ist!

Wir sind nicht verblendet genug, zu erwarten, Euch mit einem einfachen Brief davon abzuhalten, Frauen zu unterdrücken, Schwule abzuschlachten und Israel samt aller jüdischen Bewohner vernichten zu wollen. Das ist klar, die Dinge stehen bei Euch ganz oben. Da könnt Ihr unmöglich Rücksicht auf uns nehmen.

Deshalb hier nur eine kleine Bitte: Hört bitte auf, Deutschlandfahnen zu verbrennen! Wir haben wirklich keine Lust auf der nächsten 1. Mai-Demo mit euch Irren in einen Topf geschmissen zu werden! Uns ist schon klar, mit den weltlichen Vergnügen habt Ihr es auch nicht so, aber lasst uns doch wenigstens diese kleine Freude!

Wir denken, das ist wirklich nicht zu viel verlangt!

Mit den aller intolerantesten Grüßen,
Kreuzberger Freundinnen und Freunde des 1.Mai

Ps. Wenn wir Euch in irgendeiner Art und Weise behilflich sein könnten, Horst Mahler die Teilnahme an der iranischen Beklopptenkonferenz zu ermöglichen, lasst es uns wissen. Könntet Ihr uns nämlich versichern (schriftlich, notariell beglaubigt, etc.), dass er ganz, ganz sicher nicht zurückkommt, würden wir alles in unserer Macht stehende unternehmen, euch in dieser Causa unter die Arme zu greifen!

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Mein erster Tank

12. Januar 2009

ist endlich hier! Hier ein Katalogfoto: [img_assist|nid=3|title=#3|desc=|link=none|align=left|width=73|height=100]

Antideutsches

DIE DEUTSCHE FAHRT INS GRÜNE: Islamismus, Antisemitismus und Deutsche Außenpolitik

12. Januar 2009

Veranstaltung mit Dr. Matthias Küntzel. Er referiert über den politischen Islam als Ideologie und moderne soziale Bewegung, über Form und Inhalt des ihm inhärenten Antisemitismus und darüber, warum die Weltfriedensmacht Deutschland meint, einen “kritischen Dialog” mit den Feinden Israels führen zu müssen.

Montag, den 18. 07. 2005 um 19.00 Uhr, in der ehemaligen Bedienstetenmensa der Geschwister Scholl-Uni München, Leopoldstr. 13a, U3/U6 Giselastraße,
Buchhinweis: “Neuer Antisemitismus? Eine globale Debatte” Suhrkamp Verlag.
Veranstalter: ThinkTank34, AStA der Geschwister-Scholl-Universität, Antifa-Referat der Geschwister-Scholl-Universität

Eine Veranstaltung des Studentischen Sprecherrats. Der AStA ist ein Arbeitsausschuss des Studentischen Sprecherrats. Die Wiedereinführung der Verfassten Studierendenschaft und die Umbenennung in Geschwister-Scholl-Universität sind Forderungen der Studierendenschaft.

mp3’s: (momentan funktionieren die Dateien nicht zum runterladen!!!)

1) Die Anschläge in London
2) Historische Analyse
3) Wie kam der Judenhass von Europa in die arabische Welt?
4) Mitschnitt einer antiisraelischen Hetzpredigt (Originalton gekürzt)
5) Schlussbetrachtung

Die Predigt (und weitere Texte und Videos) finden sich auf http://memritv.org/Transcript.asp?P1=669

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Symposium »American Beauty«

12. Januar 2009

Sonntag, 2. Oktober 2005 ab 14 Uhr, Mensa der Uni München

AMERICAN BEAUTY

Geschichte und Gegenwart des Antiamerikanismus in Deutschland

Die USA werden für nahezu alle Übel der Welt verantwortlich gemacht: Von Trittin für einen Hurrikan, von der Linkspartei für Pläne, die Weltherrschaft an sich zu reissen. Egal ob Erderwärmung oder neue Eiszeit: Der Ami wars.

Ob Autofahrer den Benzinpreis für zu hoch oder Ökologen ihn für zu niedrig befinden: Schuld sind die Vereinigten Staaten. Imperialismus, Illuminati oder Islamismus: Made in oder zumindest by the USA. Die Yankees erfinden den Neoliberalismus, McDonaldisieren die Welt und fallen wie Heuschrecken über alles Gute, Wahre und Schöne her.

Woher kommt das negative Bild von Amerika? Was ist berechtigte Kritik, was Ressentiment? Wird in Deutschland nicht über sondern nur gegen die USA geredet? Es ist Zeit, Entstehung und Gegenwart des Phänomens Antiamerikanismus zu untersuchen.

Themen:

* Care-Pakete oder Napalm-Bomben? Entstehung des Amerikabildes in Europa bis zu den historischen Wenden 1989 und 9/11.
* Kulturloser Sumpf oder multikultureller Meltingpot? Das schwierige Verhältnis zwischen europäischer “Kultur” und Amerika.
* Freedom Force oder Evil Empire? Die Politik der USA seit 9/11 und Reaktionen darauf.

Symposium mit: Bernd Beier (jungle world, Berlin), Stefan Frank (konkret, Hamburg), Torsten Weber (17grad, München)

Sonntag, 2. Oktober 2005

14.00 Uhr: Chill-In-Lounge “Operation Bagel Storm”

16.00 Uhr: Symposium

Universität München, Mensa, Leopoldstraße 13a

Kostenbeteiligung: 5 €, Presented by ThinkTank34 / www.thinktank34.org, mit freundlicher Unterstützung des Kurt-Eisner-Vereins und des AStA der Geschwister-Scholl-Universität

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Verreimte Nationen

12. Januar 2009

Das Magazin der Süddeutschen Zeitung präsentierte in seiner 30. Ausgabe fünfzehn gängige Vorurteile zusammenfassende Gedichte über Deutsche, Italiener, Franzosen und so weiter. Hier das einzig zutreffende:

Der Deutsche

Den Deutschen eint von Nord bis Süd die Vielzahl der Talente: der Lagerbau, der Genozid, das Bier, die Riester-Rente. Die Toten trägt er mit Grandesse, die Mütze mit ‘nem Bommel. Die Tochter weint um Rudolf Heß, der Sohn um Erwin Rommel. Der Vater will als Arier seit je die Welt erretten. Heut heißt er Vegetarier und schmiedet Lichterketten.

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Veranstaltung mit dem Zentralrat der Ex-Muslime am 2. Juni 2008

12. Januar 2009

Veranstaltung am 2. Juni 2008, 19.30 Uhr, Seidlvilla

Integrationsgipfel auf Abwegen? Gibt es nur noch Moslems und Christen?

Anmaßende Identitätszuschreibungen im Zuge der Integrationspolitik

Immer deutlicher zeichnet sich ab, dass muslimische Organisationen wie der “Islamrat” oder der “Zentralrat der Muslime” den Anspruch erheben, die Interessen von allen Menschen mit migrantischem Hintergrund aus sog. “islamischen” Ländern zu vertreten. Auch die Bundesregierung scheint endlich einen passenden Ansprechpartner gefunden zu haben. Die individuellen Rechte der einzelnen MitbürgerInnen werden dabei konsequent missachtet und verletzt.
Deswegen setzt sich der Zentralrat der Ex-Muslime für folgende Ziele ein:

* die Durchsetzung der allgemeinen Menschenrechte als unveräußerliche individuelle Rechte des einzelnen Menschen
* die Durchsetzung der Weltanschauungsfreiheit als Freiheit, sich öffentlich wie nichtöffentlich zu religiösen oder nichtreligiösen Anschauungen zu bekennen oder dies zu unterlassen
* die Durchsetzung einer konsequenten Trennung von Staat und Kirche/Religion/Weltanschauung
* die Förderung der Völkerverständigung auf der Grundlage der allgemeinen Menschenrechte
* die Förderung des vernunftgeleiteten Denkens und der Erziehung zur Toleranz

Sprechen wird:

Mina Ahadi wurde 1956 im Iran geboren. Sie musste ihr Medizinstudium nach der islamischen Revolution 1979 abbrechen, da sie als linke Oppositionelle verfolgt wurde. Ihr Mann wurde hingerichtet, sie floh ins kurdische Grenzgebiet zwischen Iran und Irak, wo sie zehn Jahre als Partisanin lebte. 1990 floh sie nach Österreich und zog 1996 nach Deutschland. Ihren Kampf für die Frauen- und Menschenrechte führte sie auch in Europa weiter und gründete 2001 das »Komitee gegen Steinigung«. 2007 gründete Mina Ahadi den »Zentralrat der Ex-Muslime« mit, dessen erste Vorsitzende sie ist. Mina Ahadi lebt heute in Köln.

In der Veranstaltung, und Ihrem Buch “Ich habe abgeschworen” (Heyne 2008), erklärt sie, warum der Islamismus in Deutschland eine große Gefahr darstellt und warum es höchst gefährlich ist, wenn aus falsch verstandener religiöser Toleranz die Gesetze der Scharia in Deutschland geduldet werden.

veranstaltet von ThinkTank34, München www.thinktank34.org

Technorati : Islamismus, München, Veranstaltung

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