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Archiv für September, 2011

Die Poesie der Auslassung

15. September 2011 Kommentare ausgeschaltet

Peter Münch, der große Lyriker in Diensten der Süddeutschen Zeitung, hat, wie er es im Moment fast täglich tun darf, die Situation im Nahen Osten „analysiert“. Seinen eindrücklichen Beschreibungen der Lebensrealitäten vor Ort mangelt es niemals an Empathie für die „unterdrückten Palästinenser“, er ist schließlich in Tel Aviv stationiert und weiß somit, wovon er spricht und schreibt. Bei ihm ist die Gaza-Flottille noch ein aufrechter Versuch, den geschundenen, Hamas wählenden und Israel von der Landkarte fantasierenden Bewohnern des Küstenstreifens beizustehen, weshalb er bei dem Begriff „Hilfskonvoi“ auch ohne Anführungszeichen auskommt. Münchs Stärke liegt bei der gesamten Thematik, die ja eine recht komplexe sein kann, in der Kunst der Auslassung, in der Reduktion auf jene Teile seiner Wirklichkeit, die der durchschnittliche SZ-Leser zu goutieren weiß.

Während die Palästinensische Führung, zumindest mal die Hälfte davon, die staatliche Anerkennung in der UN vorantreibt, ruft die Fatah zu einem „Tag des nationalen Kampfes“ auf. Münch darf und/oder muss darüber berichten und schon im Subtitel wird unmissverständlich klar gemacht, wer hier eigentlich wen bedroht: „Die Palästinenser im Westjordanland kündigen gewaltfreie Demonstrationen an, die israelischen Siedler rüsten sich mit Tränengas und Waffen“. Soweit, so Münch-typisch, und der Vorteil dieser „Berichterstattung“ ist dann natürlich, dass man den folgenden Artikel gar nicht zu lesen braucht, um sich mental auf die richtige Seite zu schlagen oder wahlweise an den Kopf zu fassen. Liest man den Bodytext dennoch, erlebt man ein Rührstück à la Tel-Aviv-Peter: Wir lernen Issa Amro kennen, einen aufrechten Aktivisten und Organisator des „gewaltlosen Widerstands“ in Hebron, der seines Zeichens aber auch ein ganz klein wenig Angst hat, dass das Ganze nicht so friedlich bleibt, wie das ganze Westjordanland und der Korrespondent der SZ es herbeiwünschen. Immerhin mobilisiert Israel ganze Reservisten-Bataillone und die Siedler… siehe Subtitel. Wenn es bei Pistol-Peter um mögliche Angriffe auf nahegelegene jüdische Siedlungen geht, wird es dagegen wohlig unbestimmt: sie „könnten sehr leicht in den Mittelpunkt der Proteste geraten“, einer Naturkatastrophe gleich. Oder weniger dramatisch: wie Ebbe und Flut. Keine Subjekte mehr, die Dinge initiieren, tun, bewusst in Angriff nehmen (im wahrsten Sinne des Wortes), nur noch Dinge, die geschehen. PM vergisst an dieser Stelle natürlich auch nicht zu erwähnen, dass die nächste und größte Siedlung, Kirjat Arba, international angeblich als illegal gilt und liefert somit schon im Vorfeld die Begründung für folgerichtige palästinensische Aktionen am nationalen Kampftag.

Weil die SZ aber wohl eine feine Trennlinie zwischen lediglich tendenziös und völlig durchgeknallt vorgibt, greift der ergriffene Nahost-Poet Münch in seine Trickkiste und zaubert „gewaltbereite Kräfte auf beiden Seiten“ aus dem Hut. Puuuh, so ist man wenigstens davor gefeit, wieder mit der „Antisemitismuskeule“ traktiert zu werden.

„…und in diesem Sommer hatten bereits zwei Demonstrationen an Israels nördlichen Grenzen in einem Blutbad geendet“ schreibt Münch dann kurz vor Ende seiner Reihung von Issa „the peace loving activist“ Amro-Zitaten, die doch eigentlich nur seine eigenen Wünsche spiegeln. Natürlich vergisst er, bei seinem Hinweis auf die beiden „Blutbäder“ den Kontext der versuchten Grenzerstürmung zu erwähnen. Man muss ja auch nicht alles auf einmal erzählen. Insofern kann man sich auf die nächsten Münchiaden freuen, sie kommen mit Sicherheit…
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