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Archiv für April, 2010

Akademische Freiheit mit Ausnahmen

7. April 2010 Kommentare ausgeschaltet

Ein libanesischer Akademiker wird angegriffen, weil er israelische Akademiker nicht boykottiert, die für den Boykott Israels eintreten…

Es kam zum politischen Tumult an der amerikanischen Universität Beirut, wegen der Zusammenarbeit zwischen einem lokalen arabischen Professor und zwei israelischen Akademikern.

Von Karl Pfeifer

In der Halle der amerikanischen Universität Beirut (AUB), kam es Anfang März 2010 zu einem Tumult als fast 300 Teilnehmer einer Versammlung den Akademiker und palästinensischen Aktivisten Sari Hanafi geißelten, weil er Mitherausgeber des Buches “The Power of Inclusive Exclusion: Anatomy of Israeli Rule in the Occupied Palestinian Territories”, ist.

Hanafi arbeitete zusammen mit den zwei Akademikern der Universität Tel Aviv, Adi Ophir und Michal Givoni, die öffentlich gegen die Präsenz israelischen Militärs in der Westbank auftreten.
Das libanesische Gesetz verbietet den Kontakt zwischen Libanesen und Israelis. Beide Länder befinden sich pro forma im Kriegszustand. Es gibt auch eine andauernde Bemühung, Israel zu isolieren, die Palestinian Academic Campaign for the Academic and Cultural Boycott of Israel, die von vielen Studenten und Lehrern der AUB unterstützt wird.

“Diese offene Kollaboration zwischen einen israelischen und einen AUB Akademiker ist ohne Präzedenz während der 50 Jahre meines Tätigkeit an dieser Universität“ sagte Tarif Khalidi, Professor für arabische und nahöstliche Studien an der AUB, während dieser Versammlung am 8. März. „Ich sage ‚offen’ weil Gott weiß was unter dem Tisch geschieht. Das ist besonders beunruhigend in einem Land wie dem Libanon, der sich noch immer im Kriegszustand mit Israel befindet.“

Hanafi hat sich vor den Studenten und den Lehrer entschuldigt, jedoch sich mit aller Kraft vor den Versammelten verteidigt. „Wir sind einer gemeinsamen Sache verpflichtet, welche den Raum öffnen soll für ein kräftiges jedoch respektvolles Gespräch über den akademischen Boykott und die Publikation meines jüngsten Buches“ sagte der 47 jährige Sozialwissenschaftler.

“Die jetzige Israelische Regierung ist möglicherweise die bösartigste in der Geschichte dieses Staates,“ sagte Khalidi. „Jeder Akt der Kooperation oder Kollaboration wird in Israel als ein Schlag gegen den internationalen Boykott gesehen. Ich kenne kein Beispiel, bei dem Kollaboration mit israelischen Wissenschaftlern irgendeinen Grades Palästina, dem Libanon oder der arabischen Welt helfen konnte.“

Die Angelegenheit hat den Campus geärgert. Ahmad Dallal Provost der AUB, hat einen Brief veröffentlicht mit dem er Ruhe fordert aber die Gelehrten erinnert, dass sie die libanesischen Bestimmungen beachten müssen. “Ich benütze diese Gelegenheit, um alle Mitglieder unserer Gemeinschaft zu erinnern, dass wir als eine Universitätsinstitution mit einer historischen Präsenz im Libanon und dem Nahen Osten, AUB den essentiellen Werten der akademischen Freiheit tief verpflichtet sind und das innerhalb der Grenzen des libanesischen Gesetzen, welche strikt die Mitarbeit an israelischen Institutionen verbieten“, schrieb er.

Die israelischen Kollegen von Hanafi, Adi Ophir und Michal Givoni waren unter den 540 Unterzeichnern einer Petition, die wegen Israels Politik in der West Bank und Gaza einen Boykott israelischer Waren und Institutionen fordern.

Also zusammenfassend kann gesagt werden, die amerikanische Universität Beirut ist der akademischen Freiheit verpflichtet, ausgenommen wenn es um die Zusammenarbeit mit israelischen Akademikern geht, weil dies den Boykott Israels unterminieren würde, welcher doch der Sache Palästinas dient – und dass dieser Boykott israelische Akademiker einschließt, die selbst den Boykott Israels befürworten, um ihr Land zu zwingen die „brutale Politik“ gegenüber den Palästinensern zu beenden.

So schließt sich der Kreis. Der nächste logische Schritt für diese israelischen Akademiker ist sich selbst zu boykottieren. Mein Mitleid mit diesen Akademikern, die zum Boykott ihres eigenen Landes aufrufen, hält sich in Grenzen.

Quelle: Los Angeles Times

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