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Ich habe beschlossen, Israel zu verlassen

12. Januar 2009

Ich habe beschlossen, Israel zu verlassen und mein neues Domizil in Heiligendamm aufzuschlagen. Da werde ich mich nach traumatischen Erlebnissen in Israel/Palästina richtig wohlfühlen.

Anstelle israelischer „KZ“ oder „Folterzentren des Geheimdienstes“ gibt es dort nur „Sammelstellen für G8 Störer“ Anstelle akuter Terrorgefahr, gibt es da nur eine „erhöhte Gefährdungslage“. Anstelle von international geächteter und gegen das Völkerrecht verstoßender „Vorbeugehaft“, wo Palästinenser (angeblich) ohne Grund eingesperrt werden, gibt es da nur „Gewahrsam, wenn es Anhaltspunkte für geplante Straftaten gibt.“ Wenigstens kann ich sicher sein, dass Deutschland nicht vor der UNO verklagt und international geächtet wird. Weder die britische Ärzteunion noch deren Journalistenvereinigung werden einen Boykott deutsche Waren beschließen. Heimisch wird mir der elektronisch gesicherte Sicherheitszaun rund um das Gelände vorkommen. In Israel nennt man einen solchen Zaun „Apartheitsmauer“. Da gibt es – wie ich bei ZDF gesehen habe – zwei „Eingangspunkte“, was sich in Israel „erniedrigende Checkpoints mit Schikanen und Kontrollen nennt. Heiligendamm wird also ein ordentliches „Ghetto“ werden, wie Ramallah aus Sicht der katholischen Bischöfe. Und wer weiß, vielleicht fällt Deutschland dann beim Fotokopieren auch aus der Europakarte heraus, wie das den evangelischen Bischöfen passierte.
Dann wird es laut ZDF ein „Sperrgebiet für Fischer“ auf der See geben, das noch ausgeweitet werden soll mit Patrouillen der Marine usw. Ich fühle mich sogleich nach Gaza versetzt. Und ich fühle mich ach so heimisch, wenn ich die zionistische Propaganda lese (aus dem n-tv Bericht entnommen und nur leicht verfälscht):

„Das israelische Ministerpräsidentenamt reagierte verwundert auf die massive Kritik gegen das Vorgehen am Mittwoch. Bei der Militäraktion (Großrazzia) habe es sich nicht um eine Form der Einschüchterung gehandelt, sagte Minister Moische Cohen in Jerusalem. Die militärischen Ermittlungsmaßnahmen seien vom Generalstaatsanwalt angeordnet und vom Geheimdienst Schin Beth durchgeführt worden. Bei der Razzia hatten rund 900 Soldaten in sechs palästinensischen Ortschaften 40 Wohnungen und Terroristennester durchsucht und Computer, Datenträger und Unterlagen beschlagnahmt.“
Olmerts Sprecher verkündete: „Terroristen mit einer Mischung aus Deeskalation, aber auch im Zweifel, aus konsequentem Durchgreifen
gegenübergetreten zu wollen. Die Militärgesetze der Besatzungsbehörden erlauben, potenzielle Terroristen teilweise bis zu 14 Tage in Gewahrsam
zu nehmen, wenn es Anhaltspunkte für geplante Straftaten gibt.“

Antizionistische Hetzer wie Ströbele, Gysi und andere Mitglieder der Linkspartei nannten dieses Vorgehen in Heiligendamm und sonst wo übrigens „völlig unverhältnismäßig“ – was mich sogleich an den Libanonkrieg erinnert. „Das waren Methoden, die an ein Besatzer-Unterdrückungsregime erinnern.“ http://www.n-tv.de/801531.html <http://www.n-tv.de/801531.html> Meine Frage: Deutschland redet doch ständig von „Dialog“ und
„Versöhnung“ und „Ausgleich“ und „politischer Lösung“ und „Friedensverhandlungen“ und „Kompromissen“. Oder gilt das etwa nur für Konfliktherde, wo Deutschland nicht den Kopf hinhalten muss? Gibt es unter Euch einen Makler, der mir in Heiligendamm einen angemessenen Alterssitz zum Schleuderpreis bieten kann?

Ulrich W. Sahm

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