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Deutschlandwunder – Wunsch und Wahn in der postnazistischen Kultur

12. Januar 2009

Deutschlandwunder – Wunsch und Wahn in der postnazistischen Kultur – 9. bis 11. Mai Bremen

Deutschlandwunder– Wunsch und Wahn in der postnazistischen Kultur

Kongress gegen die Versöhnung mit der deutschen Nation

9.-11. Mai 2008 in Bremen
(im KiOto — Lagerhaus, Schildstr. 12-19, 1. Etage — und im Infoladen — St. Pauli-str. 10-12)

Die HerausgeberInnengruppe kittkritik (in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Initiative Bremen und der Rosa-Luxemburg-Stiftung) lädt
zu einem Kongress nach Bremen ein.

Die AutorInnen des Sammelbandes „Deutschlandwunder — Wunsch und Wahn in der postnazistischen Kultur“ (erschienen 2007 im Ventil-Verlag) werden ihre hier formulierte Kritik deutscher ,Vergangenheitsbewältigung‘ anhand von Beispielen aus Filmen, Hör- und Computerspielen, Sport, Literatur und (Pop-)Musik darstellen und weiterentwickeln.

Ausgangspunkt ist das aktuelle, sich seit 1990 neu formierende deutsche Nationalbewusstsein in seiner kulturindustriellen Darstellung: Neben die fortwährende Stilisierung der Deutschen als Opfer tritt momentan die Integration von Auschwitz in die medialen (Re-)Inszenierungen der deutschen Erinnerungsarbeit als gesellschaftlichem ,Kitt‘, in der die Nation zum kollektiven Objekt der Identifizierung wird. Die neue Unbefangenheit im Umgang mit der Geschichte, in der Auseinandersetzung mit den Erfahrungen der eigenen Großeltern, der Wunsch, bei der Weltmeisterschaft auch einmal unbeschwert „schwarz-rot-geil“ zu sein, macht die dritte TäterInnengeneration zum Protagonisten des postnazistischen Nationalgefühls.

Weitere Informationen und Anmeldung unter www.kittkritik.net
ACHTUNG: frühzeitige Anmeldung aufgrund begrenzter TeilnehmerInnenzahl unbedingt empfohlen!

Teilnahmebeitrag: 15€/10€

Kongressprogramm:

Freitag, 09.05.

18:00 — 20:00 Eröffnungsvortrag von *kittkritik*

20:30 — 21:30 Tobias Ebbrecht

Die Liebe zum Bild– Nostalgie, Fetisch, Dialektik. Das Bild in der Erinnerungskultur

Samstag, 10.05.

10:00 — 12:00 Sonja Witte

Am „Punkt, wo die Psychoanalyse abdankt“: Freuds Rätsel der Massenbildung

12:15 — 13:45

Lars Lippmann

„Auftrag im Auge des Sturms“ – Das II.-Weltkrieg-Strategiespiel /Silent Storm

Sonja Witte

Das Wunder von Bern – Katharsis der Nation

15:30 — 17:00

Eric Peters & Dierck Wittenberg

Stars Down to Earth – Über das Verhältnis von Pop, Nation und Künstlersubjekt in Zeiten neuen deutschen Selbstbewusstseins

Lars Quadfasel

Ein Traum von Postfaschismus – Die Deutschen und ihr Fußball

17:15 — 18:45

Magnus Klaue

Die institutionalisierte Symbiose — Über den ‚deutsch-jüdischen Dialog‘ in der deutschsprachigen Literatur

Till Harning

Von einem der auszog Opfer zu werden — Fassbinders „Nachkriegsfilme“ zwischen Kritik des Postfaschismus und Opferdiskurs

20:00 — 21:30 Lars Quadfasel

Fun auf Deutsch heißt Stahlbad — Thesen zu Kulturindustrie, Nationalsozialismus und Postfaschismus

22:30 — 24:00 Film

Herrenpartie (D/JUG 1964; Regie: Wolfgang Staudte)

Einleitung von Tobias Ebbrecht
[CINEMA im Ostertor]

sowie: Party
In Kooperation mit twisting by the pool & bremen krätze. Ort wird noch bekanntgegeben.

Sonntag, 11.05.

10:00 — 11:30

Sebastian Winter

Arischer Antifaschismus — Geschlechterbilder als Medium der kulturindustriellen Bearbeitung der Erinnerung an den
Nationalsozialismus am Beispiel der Filme Der Untergang, Sophie Scholl und Napola

Christian J. Heinrich

Das Behagen in der Kultur — Von klassischer Musik und neuer Romantik

11:45 — 13:15

Jean-Philipp Baeck & Volker Beeck

Mit Judo gegen Wodka Bruno, Miethai Zinse und Dr. Mubase. TKKG – ein postnazistischer Jugendkrimi

Antonia Schmid

Do it again, ZDF! Die kollektive Viktimisierung der Deutschen in den neuen „Event-Movies“ im Kontext von Erinnerungsabwehr und Antisemitismus

14:15– 16:00 Abschlusspodium

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