Weiß-blauer Salon: Die Geburt des modernen Antisemitismus aus dem Nationalismus

27. Juli 2009

Der moderne Antisemitismus im Unterschied zum religiös motivierten Antijudaismus ist nationaler Antisemitismus, der „das jüdische Volk“ vorstellt als in einem nationalen Gegensatz gegen die „nichtjüdische Menschheit“ (so Henry Ford) im Sinne „schaffender Völker“ (so Gottfried Feder) stehend. Es soll gezeigt werden, wie in der rheinbündisch-preußischen Reformära 1806-1815 mit dem von Arndt, Fichte, Jahn sowie der politischen Romantik im zutiefst reaktionären Widerstand gegen Napoleon begründeten deutschen Nationalismus ein solch (früh-)moderner Antisemitismus entsteht, der sich nach dem Wiener Kongreß in einer Flut von antisemitischen Traktaten und schließlich den Hep-Hep-Pogromen von 1819 äußert.
Für diesen frühmodernen Antisemitismus ist Engels` Diktum, der Antisemitismus sei nichts als „eine Reaktion mittelalterlicher, untergehender Gesellschaftsschichten gegen die moderne Gesellschaft“ gewiß vollgültig – nicht aber für den eigentlich modernen Antisemitismus nach 1871, der vielmehr die kapitalistische Produktion und ihre von Marx in Band 3 des Kapitals analysierten Erscheinungsformen zum Fundament hat, indem er einen „tiefen Wesensunterschied“ (so Feder) zwischen industriellem und zinstragendem Kapital behauptet. So wahnhaft die Affirmation des ersteren im Sinne der „volksgemeinschaftlichen Arbeitsfront“ und die Denunziation des letzteren als „jüdisch-raffend“ erscheint, so ideologisch und also alltäglich ist die zugrundeliegende Trennung beider – das aktuelle Gerede von „Realwirtschaft“ als dem einen und „Finanzsphäre“ als dem angeblich ganz anderen beweist es.

Am Donnerstag, den 30. Juli 2009 um 20 Uhr im Gewerkschaftshaus, Schwanthalerstraße 64

matze München, Veranstaltungen

Meinungsfreiheit für Blogger weltweit – March 18 Kampange

27. Juni 2009

March 18

The March 18 Movement was born out of a tragedy. On this day in 2009, Omid Reza Mir Sayafi, Iranian blogger and journalist, died in Evin Prison in Tehran. The December before his death, he was sentenced to two and half years in prison for allegedly insulting religious leaders, and engaging in “propaganda” against the Islamic Republic of Iran. Omid Reza was the first blogger to die in prison and his death reveals that getting censored is far from the worst thing that can happen to a blogger.

www.march18.org

stefan Allgemein, Iran, Politischer Islam

Weiß-blauer Salon: Grüner wird’s nicht!

19. Juni 2009

Der Iran nach der „Wahl“.

Befindet sich der Iran nach der Wahlfarce in einer Systemkrise? Wogegen richten sich die Proteste der letzten Wochen? Ist dieses System überhaupt reformierbar? Was ist los im Iran?

Veranstaltung zur gegenwärtigen Situation in der Islamischen Republik Iran mit Dr. Sasan Harun-Mahdavi, Gründungsmitglied des Vereins Leben & Leben Lassen e.V., Leiter der Iranischen Jugend-Oppositionsgruppe Jebhe Melli.

Am Donnerstag, den 16. Juli 2009 um 20 Uhr im Gewerkschaftshaus, Schwanthalerstraße 64

almut Iran, München, Politischer Islam, Veranstaltungen

Studienreise „Popkultur in Israel“

5. Juni 2009

Vom 5. bis 17. November 2009 führt die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) erstmals eine Studienreise zum Thema „Popkultur in Israel“ durch. Die Studienreise möchte Einblicke in die dynamische Musikszene des Landes vermitteln und eine Fülle von Netzwerkmöglichkeiten bieten. Neben einer Einführung in die Politik und Gesellschaft Israels werden die Teilnehmenden in Gesprächen und Begegnungen mit Experten/innen einen intensiven und authentischen Einblick in die aktuelle israelische Musikszene erhalten. Organisierte Showcases unterschiedlicher Musikgenres (Jazz, World, Elektro, Pop und Rock) werden die agile Szene des Landes – von Subkultur bis Mainstream vorstellen. Die Reiseroute führt von Tel Aviv über den Norden an den See Genezareth und endet in Jerusalem.

Die Auswahl der Teilnehmer aus allen vorliegenden Bewerbungen
erfolgt ca. Anfang August 2009.

Weitere Informationen und Online-Bewerbung: www.bpb.de/veranstaltungen/IPB0SV

stefan Israel

Mampftag der Economy-Class

14. Mai 2009

Von Johanna Doe

2000 Fuß über dem Nordpol ertönt eine musikalisch untragbare Version der „Internationale“. Das kommt davon, wenn man zwei Linke, oder Ex-Linke – je nachdem wen man in der Causa hört – am 1. Mai mit der Bourgeoisie in die Arktis fliegen lässt. Sollten sie doch eigentlich zu Hause Autos anzünden, Sprechchöre bilden und rote, schwarze oder blau-weiße Fahnen schwenken.

So aber stoßen die beiden – nennen wir sie der Einfachheit halber Genossen – mit einem Piccolo Champagner auf den nördlichsten Punkt der Erde an. Fröhlich vereint mit Dieter dem Notar, Karl-Heinz dem Industriellen und Elke der Reisekauffrau. Dann versuchen sie wieder, über den Lehnen der glücklichen Fenster-Sitzer hängend, ein paar Blicke auf das arktische Eis zu erhaschen.

tromsoe

Schon wieder etwas Gewaltiges!“, verkündet Karl-Heinz und presst die Kamera mit dem Riesenobjektiv an die Scheibe. Was man sieht, ist vor allem Weiß. Weiß mit ein paar Rissen, Tendenz schrumpfend, in 60 Jahren weg. Das sagt zumindest der wunderhübsche Klimaforscher aus Rom, das ökologische Gewissen der „Deutschen Polarflug“. Über die Monitore in der Kabine berichtet er aus dem Cockpit live vom Klimawandel. Zum Dahinschmelzen – schwärmt die Genossin, der Genosse muss sich an den Kopf fassen.

Für Unterhaltung ist gesorgt, während der Rundflug AB 1111 zwölf Stunden lang über die demonstrierenden Arbeiter und Fischer von Trondheim, Tromsö, Barentsburg und Reykjavik hinwegdonnert. Unter großem Aufwand wird etwa ein Live-Call zur Polarstation unten in der Eiswüste geschaltet. Der erste Versuch bricht in einer Art Gewehrfeuer ab. Bei zweiten schaltet sich etwas ein, das klingt wie die norwegische Variante des Jugend-Verstehers Domian. Der dritte klappt. So erfahren die etwa 300 „Exkursionsteilnehmer“ dass es unten recht kalt ist, sonst aber ganz okay. Und dass man als Polarforscher ab und zu mal einen Wetterballon steigen lässt, das macht Spaß.

Beim angedeuteten Landeanflug auf Spitzbergen, wir Fachleute nennen das „Flightseeing“, erhält die Kaffeefahrt für Schon-alles-gesehen-Haber eine anarchistische Komponente. Die revolutionären Massen auf den billigen 666-Euro-Plätzen in der Mitte werfen ihre Sicherheitsgurte von sich und drängen an die Fenster. Es entwickelt sich ein fröhliches Hin- und Her, je nachdem wo gerade ein Eisbär oder – denn nur das ist wahr – ein Eisberg zu sehen ist. Zu Krabben-Cocktail und Hirschbraten fließt Alkohol in Strömen, bis selbst der 1799-Euro-Fenster-Sitzer, der auf Grönland „Felsformationen wie im Rheinland“ entdeckt, sympathisch wirkt, und unsere Genossen in irres Kichern ausbrechen, sobald jemand „Tromsö“ sagt.

In alkoholischer Hinsicht zumindest unterscheidet sich dieser 1. Mai kaum von den letzten oder den kommenden. Nächstes Jahr ist wieder das Pflichtprogramm angesagt: revolutionäres Sehenundgesehenwerden. Vielleicht einen Nazi verhauen. Und sich die Welt schön trinken und zwar so lange, bis der DGB eine revolutionäre Organisation und „Tromsö“ wieder das komischste Wort der Welt ist.

stefan Allgemein

Ahmed & Salim

13. Februar 2009

Der wahre “Clash der Kulturen”:

matze Allgemein

Jerusalem Post: Activists demand Siemens halt Iran trade

1. Februar 2009

Obama, Spider-Man on the same comic-book page

21. Januar 2009

Superheroic fist bump: Barack Obama and Spider-Man.

Superheroic fist bump: Barack Obama and Spider-Man.

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stefan Allgemein

The Left and Mullahs in Iran

19. Januar 2009

Author: Jahanshah Rashidian (Iran/Germany) - January 19, 2009

One may argue over many flaws of Communism and its historical mistakes or ideological inadaptability to democracy. However, in Iran, Communism has been stained with co-religionists and this is a sticky stain which has not been removed since the 1979 revolution.

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stefan Politischer Islam

Der Iran – Eine kritische Analyse

18. Januar 2009

Die Deutsch-Israelische Gesellschaft München lädt ein:

Der Iran – Eine kritische Analyse

Buchvorstellung, Vortrag und Diskussion mit Dr. Stephan Grigat (Universitat Wien)

Das Buch “Der Iran. Analyse einer islamischen Diktatur und ihrer
europäischen Förderer” bietet Einblicke in verschiedene Aspekte der
iranischen Gesellschaft und Politik. Zudem analysieren die Autoren -
unter ihnen mehrere Exiliraner – das Verhältnis Europas und
insbesondere Deutschlands zu Teheran.
Der Herausgeber Dr. Stephan Grigat stellt in seiner Präsentation die
aktuellen Debatten um das iranische Atomprogramm, die Drohungen gegen
Israel und Irans Unterstützung der Hamas in den breiteren Kontext der
iranischen Diktatur in Geschichte und Gegenwart.

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matze München, Veranstaltungen